Name: Alan Charles Wilder
geboren: 01.06.1959 in London
Haarfarbe: Braun
Augenfarbe: Grau-Blau
Größe: 1,83m
Eltern: Kathleen und Albert Wilder
Geschwister: Stephen und Andrew
Familienstand: Verheiratet in zweiter Ehe mit Hepzibah Sessa; Kinder: Paris, geb. 1996 & Stanley Duke, geb. Feb.2001
Hobbys: Fotografie, Filmen, Musik
erlernter Beruf: Toningenieurassistent


Alan Charles Wilder wurde am 01.06.1959 in London geboren. Er ist das jüngste Kind von Albert und Kathleen und hat zwei Brüder, Stephen (*1952) und Andrew (*1954). Aufgewachsen ist er in Acton, West London, einem normalen und vermutlich etwas konservativen Mittelschichtumfeld. Da sich seine Eltern sehr für klassische Musik interessierten, fing er auf den Wunsch seines Vaters an, Klavierunterricht zu nehmen. "Ich begann mit dem Klavierunterricht, als ich etwa sieben oder acht Jahre alt war. Ich hatte keine Lust zu üben, aber meine Eltern ließen mich nicht aufhören. Mein Interesse galt immer der modernen Musik. Dies begann schon als Vier-/Fünfjähriger, als ich bei den Babysittern viel Radio hörte, wo dann Songs von Manfred Mann usw. gespielt wurden. Meine Mutter erzählt auch gern, ich hätte in der Zeit eine rote Plastikgitarre gehabt, mit der ich dann Rockstar spielte. Ich war ein führendes Mitglied im Schulorchester und in der Brass Band der Schule. Als zweites Instrument lernte ich Flöte." Auch seine Brüder sind musikalisch erzogen worden und noch heute in dieser Branche tätig.  "Einer meiner Brüder ist heute Pianist und begleitet verschiedene Sänger. Der andere unterrichtet Musik in Finnland."

In der Schule fühlte er sich nicht besonders wohl, die einzigen Fächer die er erträglich fand, waren Musik und Sprachen. Als er mit 16 die Schule verließ, hatte er keinen Berufswunsch und war arbeitslos. Auf das Drängen seiner Eltern ging er zurück zur Schule und versuchte das Abitur zu erreichen, aber das funktionierte nicht so richtig, so dass er diesen Versuch wieder abbrach. Da es schon ein Kindheitstraum war, später mal ein Profimusiker zu werden, versuchte er sein Glück und schrieb Bewerbungen an diverse Tonstudios. Nach mehr als 40 Absagen bekam er einen Job als Studioassistent bei den DJM-Studios. Er wollte das Musikgeschäft von Anfang an erlernen und begann, wie er später einmal sagte, „hinter den Kulissen“. Als Assistent eines Toningenieurs mischte er Songs von damaligen Top-Gruppen wie zum Beispiel den „Rubettes“. Später mischte er alleine und fing auch an in anderen Studios zu jobben. Auch als Keyboarder machte er sich nach und nach einen Namen und so schloss er sich mehreren Bands an, „The Dragons“, „Dafne and the Tenderspots“, „Real to Real“ und „The Hitmen“.  Da ihn seine Eltern auf diesem Weg nicht unterstützten, lernte er schnell die Schattenseiten des Geschäfts kennen, die sich hauptsächlich in Geldmangel äußerten. 1980 wurde er wegen Ladendiebstahls verhaftet. "Ich stahl ein Huhn und wurde dabei erwischt. Zu dieser Zeit war ich ein sich abmühender Musiker, mittellos und hungrig ..."

Seine tägliche Lektüre waren die Stellenangebote im „Melody Maker“. Nach dem Ausscheiden von Vince Clarke bei Depeche Mode inserierte die Band eine anonyme Anzeige, auf die sich Alan meldete. Als er zu einem Vorspielen eingeladen wurde und loslegte, war die Band sprachlos und begeistert. So wurde er engagiert, allerdings zunächst nur als „Live-Musiker“ aufgeführt. In dieser Situation fühlte er sich nicht wohl. Nach seinem ersten TV- Auftritt in Deutschland erklärte der verunsicherte Alan einem deutschen Journalisten: "Ich glaube, die mögen mich nicht. Die wollen mich ganz schnell wieder ausbooten." Doch da irrte er sich gewaltig. Denn nachdem er seinen starken Willen, seine Hingabe und Leidenschaft für Musik im Studio zeigte, wurde er respektiert und als vollwertiges Mitglied der Band integriert. Schnell arbeitete er sich in den Bandalltag ein und wurde in kürze der Hauptansprechpartner wenn es um soundtechnische Dinge und Fragen des Arrangements ging. Dies führte dahin, dass er in den folgenden Jahren viele Wochen, oft mehrere Tage am Stück bis spät in die Nacht im Studio arbeitete und an Sounds für neue Songs arbeitete. Er mischte die Musikalben ab, erstellte Remixe und legte die Programmierungen für die Tourneen fest,  während seine Bandkollegen sich immer seltener im Studio blicken ließen oder bereits im Urlaub waren und für die Arbeit kein großes Interesse zeigten.  Dies ging soweit, dass er am 1. Juni 1995 durch die Presse verlauten ließ: "Aufgrund zunehmender Unzufriedenheit über Interne Angelegenheiten und der Arbeitsweise der Band gebe ich mit Bedauern mein Ausscheiden aus der Gruppe Depeche Mode bekannt. Die Entscheidung, die Band zu verlassen, war nicht leicht. Insbesondere, da die letzten Alben bewiesen haben, wie viel Potential in Depeche Mode steckt" Es gab von seiner Seite aus zu viele Differenzen zwischen Martin, Andy und ihm. Und nach Daves Selbstmord auf Raten in dieser Zeit gab Alan der Band keine Chance mehr. Nach seinem Ausstieg widmete er sich voll und ganz seinem Soloprojekt „Recoil“. Mit diesem Projekt hatte er schon Ende der 80-er dafür gesorgt, dass einige Sounds von Depeche Mode wiederverwendet wurden. So findet man auch auf seinem Werk „SubHuman“ wieder ein paar auditive Erinnerungen aus seiner Zeit mit Depeche wieder und entdeckt neue Dimensionen, die nur ein Alan Wilder erreichen kann. Bislang veröffentlichte Alan sechs Alben und diverse Singles. Recoil ist aber nicht etwa eine Weiterverarbeitung alter Depeche Mode Ideen, sondern bietet viel mehr den Platz für Ideen. Außerdem produzierte und remixte er für andere Bands, unter anderem für „Nitzer Ebb“.

Auch privat läuft es bei Alan richtig gut, er ist seit 1994 mit der Sängerin Hepzibah Sessa verheiratet, die regelmäßig an seinem „Recoil“-Projekt mitarbeitet. Zusammen haben sie 2 Kinder, Paris (*1996) und Stanley Duke (*2001) . Auf der offiziellen Recoil-Homepage beantwortet Wilder offen zahlreiche Fragen seiner Fans, egal ob zu Depeche Mode, Recoil, technischen oder privaten Dingen.

Für seine Fans und die von Depeche Mode, gab es am 17.02.2010 einen Grund zum Jubeln. Er folgte der Einladung von Dave Gahan und stand für das Benefiz-Konzert zugunsten der „Teenage Cancer Trust“ in der Royal Albert-Hall in London gemeinsam mit seinen ehemaligen Bandkollegen auf der Bühne und begleitete Martin L. Gore zu dem Song „Somebody“ am Piano. In einem Interview kurz nach dem gemeinsamen Auftritt sagte er: “Dave sprach mich vor einigen Wochen an und fragte mich, ob ich sie nicht auf der Bühne begleiten möchte. Er versicherte mir, dass jeder in der Band hinter der Idee stand. Ich war sehr glücklich ihm zusagen zu können – vor allem weil es für einen guten Zweck zwar und eine Wiedervereinigung dieser Art eigentlich schon lange überfällig gewesen ist. Es war großartig, alle wieder zu sehen und mit ihnen etwas rumzuhängen. Außerdem war es das erste Mal, dass ich Depeche Mode einmal als Zuschauer live gesehen habe.”

Alan Wilder, von den Fans wird der „Arrangeur“ nach mehr als fünfzehn Jahren seit seinem Ausstieg bei Depeche Mode immer noch verehrt und schmerzlich vermisst. Es wäre falsch, aufgrund seines Gastauftritts bereits von einer Reunion zu sprechen. Aber wenn es jemals zu einer Wiedervereinigung von Dave, Martin, Andy und Alan kommen sollte, dann wäre mit dem Konzert in London der erste und wichtigste Schritt auf dem Weg dahin getan. Warten wir ab was die Zukunft bringt, wir dürfen weiter auf eine Reunion von ihm und Depeche Mode hoffen. In diversen Foren wird wild über ein Comeback spekuliert, leider hält sich Alan über dieses Thema bedeckt, verneinte aber bisher keine(!) der Anfragen ob es eine Neuauflage der alten Bandkonstellation geben wird! Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt… Come back…